Sonntag, Dezember 30

Rezension: Graveminder - Melissa Marr

Quelle: piper.de
Titel: Graveminder
Originaltitel:  Graveminder
Autor: Melissa Marr
Genre: Fantasy/ Gothic Novel
Verlag: Piper 
Erschienen: Nov '12
Seitenanzahl [Broschiert]: 400 Seiten 
ISBN:9783492268905 
Preis: 12,99 €

Hier findet ihr den Klappentext.

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Cover

Obwohl das englische und das deutsche Cover ziemlich viel ähnlich haben, gab es bei mir gravierende Unterschiede beim ersten Eindruck, denn das englische Cover ist nicht so fein herausgearbeitet und detailreich, wie das deutsche Cover, das statt dicken Blumen, feine Blüten und Knospen zeigt, auch die Muster sind sehr fein und könnten beim genaueren Überlegen wirklich an einen Grabstein erinnern, was wiederum zur Geschichte passt. Auch die Farben sehen nebeneinander wirklich toll aus und das helle Blau beißt sich nicht mit dem kräftigen rot.

Inhalt

Erster Satz: "Maylene stütze sich mit einer Hand am Grabstein ab."

Als Rebekkah's Großmutter Maylene stirbt, muss Rebekkah voller Widerstreben nach Claysville zurückkehren. Da weiß sie aber noch nicht, dass sie in die Fußstapfen ihrer Großmutter treten muss.
Ihre Großmutter war eine Totenwächterin, denn jeder Tote in Claysville braucht Essen, Trinken und Worte um seinen Frieden zu finden. Wird ein Grab nicht gepflegt, steht der Tote wieder auf und genau das ist jetzt passiert.
Von so einer Untoten wurde Maylene getötet und streift nun durch die Straßen, jetzt kann nur noch Rebbekkah, mit Hilfe ihrer alten Liebe Bryon, der Untoten den Seelenfrieden bringen.
Und dabei muss Rebekkah selber der Versuchung des Reich der Toten widerstehen...


Meinung

Wie so oft, kann der Schreibstil das Lesevergnügen weit herunter schrauben, und so ging es mir auch am Anfang von Graveminder, denn ich schlich über die Seiten und legte das Buch nach einem Kapitel oft wieder zur Seite um mich etwas anderem zu widmen. Aber nach einigen Kapitel war das vorbei und Frau Marr hat es doch geschafft, dass ích das Buch nicht mehr weg legen wollte. Trotzdem dauerte es noch eine Weile bis die Phase der Erklärungen vorbei war und sich ein wenig mehr Action in die Handlung einschlich.

Und auch was die Leichtigkeit des Schreibstils angeht war ich sehr zufrieden, denn die Autorin
verwendete zwar immer wieder genauere Beschreibungen, stellte diese jedoch in ein Gleichgewicht mit den Handlungen, so dass man der Geschichte immer gut folgen konnte.
Aber dennoch gibt es etwas das Melissa Marr übersehen hat, denn während sie sich auf die Handlung konzentrierte und sich mit der Welt, die sie erschaffen hat befasste, blieben die Charakter außen vor. Zumindest ich finde, dass diese sehr oberflächlich ist, natürlich erfährt man von dem ein oder anderen sehr viel und erkennt angedeutete Charakterzüge, aber die meisten Charaktere blieben mir Fremd, was ich total schade finde.
Auch bei Rebbekkah hatte ich dieses Gefühl. Ich lernte sie zwar so gut kennen, dass ich wusste, sie bindet sich nicht gerne und traut sich nicht ihren Problemen gegenüber zu stellen. Aber oft hatte ich das Gefühl sie verschließt sich vor jedem, also auch vor den Lesern, dabei hätte ich gerne mehr über sie erfahren.
Z.B. gab es diese Situationen in denen du Erfahren hast, dass alle Graveminder bzw. Totenwächter, es gar nicht erwarten können zu sterben, da die Welt der Toten für sie sehr verlockend ist. Und bei Rebbekah gab es zu diesem Thema keine Meinung, die sie ausformuliert hätte. Natürlich bewunderte sie diese verlockende Welt, aber sie verschwendete keinen Gedanken daran, wie es wäre dort zu bleiben.
Doch im Gegensatz dazu hat mir der gefühlvolle und anhängliche Bryon, der Undertaker, die willkommene Abwechslung geboten, denn da wo Rebbekah sich wie eine leere Hülle benahm, wurden Bryons Gefühle sehr deutlich, auch wenn es oft die Sorge oder die Trauer war die überwiegte.
Trotzdem konnte ich mit Bryon als Protagonisten etwas anfangen, seine einfachen Gedankengänge
waren gut ausgedrückt und durch seine Sichtweise konnte man sich um einiges besser in das Buch hineinversetzen als bei der weiblichen Protagonistin. Vor allem da ich den Undertaker, der eigentlich nur dazu dient den Totenwächte zu beschützen und zu unterstützen als "Job" viel interessanter fand, als die Graveminder selber.
Und wie schon gesagt, waren die anderen Charaktere alle nur kurz angeschnitten, so dass ich mit meinem Interesse für die Charaktere allein gelassen wurde.
Darüber hinweggetröstet wurde ich aber mit dem Ende des Buches, dass mich im Großen und Ganzen zufriedengestellt hat, obwohl die Geschichte genau darauf hinauslaufen musste. Vor allem hat man aber gemerkt, dass die Geschichte von Rebbekkah wirklich ein Ende hat und etwas neues beginnen kann, da Frau Marr die Geschichte nicht offen gelassen sondern in sich geschlossen hat.

Fazit

Als ich das Buch zum ersten mal gesehen habe, den Titel und die Kurzbeschreibung gelesen habe, wusste ich sofort, dass das Buch definitiv auf meiner Wunschliste landet. Doch dann sah ich den Namen der Autorin und war drauf und dran das Buch wieder aus meinem Kopf zu verbannen, da ich mich sozusagen, durch die Sommerlicht-Reihe der Autorin gekämpft habe. Nach langem überlegen habe ich mich aber doch dazu entschlossen der Autorin noch eine Chance zu geben, allein weil der Titel so düster und geheimnisvoll klang. Außerdem war mir klar, dass ich dem Buch sowieso nicht wiederstehen kann, früher oder später hätte ich es mir trotzdem gekauft.
Und ich bereue meine Entscheidung nicht, neben dem leichten Schreibstil, und der zum Ende hin spannenden Handlung, die sich aber erst nach einigen Kapiteln der Erklärungen aufgebaut hat war auch die Idee des Buches sehr faszinierend für mich. Es was ganz neues, denn ich hatte davor noch kein Buch gelesen, dass sich so mit dem Tod befasst oder überhaupt in die Richtung geht.
Wie gesagt hat mir leider der Bezug zu den Protagonisten öfters gefehlt, was das Lesevergnügen ein wenig schmälerte . 
Doch ich kann das Buch und damit die Geschichte an alle begeisterten Melissa Marr Fans empfehlen. Aber auch Leute, die sich gerne mit dem Thema befassen oder sich dafür interessieren., werden das Buch nach einem holprigen Einstieg bestimmt in ihr Herz schließen. Interessant könnte es auch für die Menschen sein, die sich gerne Serien wie Ghost Whisperer ansehen, auch wenn das Buch eine etwas andere Richtung einschlägt. Auch für junge Leser, die etwas neues ausprobieren wollen, könnte sich ein Blick in das Buch lohnen.



Alles in allem, eine sehr bemerkenswerte Idee, wenn man den etwas zähen Start voller Erläuterungen und Verständnisfragen hinter sich lässt und sich der Welt, die Melissa Marr geschaffen hat, öffnet.

Dank

Kurz möchte ich noch dem Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar, dass mir bereitgestellt haben danken. Ich habe mich wirklich gefreut, als mich das Buch erreichte und ich hatte auch ein paar tolle Stunden damit.

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