Mittwoch, Dezember 12

Rezension: Wie das Leben so bloggt_Wahren und Anderes - Stefan Fischer


autor-stefan-fischer.de
Titel: Wie das Leben so bloggt - Wahren und Anderes
Autor: Stefan M. Fischer
Genre: Kurzprosa
Verlag: Lerato-Verlag
Erschienen: Juli '08
Seitenanzahl [TB] : 180 Seiten
ISBN: 9783938882771
Preis: 6,99

Hier findet ihr den Klappentext.

Cover

Was treibt poppende Fliegen an? War das nicht auch euer erster Gedanke beim Cover? Nein?! Nun gut, aber diese Frage hat sich wohl der Autor des Buches gestellt. Deshalb passt das schlichte schwarze Buch, mit dem Tisch in der Mitte und den zwei poppenden Fliegen wirklich gut. Ob es mir wirklich gefällt kann ich nicht sagen, vor allem da ich eben Mädchencover bevorzuge, aber es macht in Kombination mit dem Titel neugierig auf das Buch.

Inhalt

Ich habe für euch eine kurze Übersicht mit allen Kapitelüberschriften zusammengestellt.
  • Liebelei
  • Mein Neffe und sein Kindergott
  • Die Tiere in meinem Leben
  • Auseinandersetzungen
  • In Sachen Eltern
  • Balkonien
  • Eitelkeiten
  • Auf dem Weg
  • Alltagskram
  • Ab und zu nahe stehend
  • Whousy
  • Schreiblust
  • Für Hartbesaitete
  • Sie liegen nah beieinander
  • Kollegial
  • Das Sahnstück zum Schluss
Und jedes dieser Kapitel enthält zwischen 3 und 10 Kurzprosatexte.

Inhalt: Wie ihr schon an den Überschriften erkennen könnt, handelt das Buch von Alltäglichkeiten, wie die Liebe, die Familie oder auch das Leben als Autor und auch die Umwelt und Ethik wird nicht außen vor gelassen. Es sind ganz unterschiedliche Prosatexte, zum einen, sind sie etwas deprimierend, aber auch witzig, ironisch oder einfach nur wahr.

Meinung

Zunächst wusste ich nicht, was mich erwarten wird, denn ich habe mich außerhalb der Schule nie groß mit Prosatexten befasst, aber als der Autor mir eines seiner Bücher angeboten hat, hat mich gerade dieses Buch unglaublich angesprochen. Es ist eben kein Fantasy-Buch, von denen ich so viele zu Hause habe. Somit war es für mich eine vollkommene Abwechslung zu meinem sonstigen Leseverhalten. Außerdem ist es ein ganz anderes Gefühl, wenn man weiß hinter jedem Prosatext versteckt sich die Wahrheit und auch Gefühle, wie wir sie jeden Tag in unserem Leben haben.
In diesem Buch erfährt man ziemlich viel über den Autor, seinen Alltag und sein Leben, doch es scheint mir, dass es auch einiges gab, dass frei erfunden wurde. Oft erkennt man aber ziemlich schnell, was wahr sein könnte und was nicht stimmen kann. Besonders süß, fand ich die Geschichten mit seinem Neffen, scheint ein ganz niedlicher zu sein. Und traurig war ich jedes mal, wenn der Autor über seine Mutter geschrieben hat, so hat er in seinen Prosatexten auch Krankheiten angesprochen, die auch viele andere Leben bestimmen.
Interessant fand ich es ebenfalls, dass man sogar den Entwicklung im Jahr verfolgen kann. Sehr deutlich war für mich der Unterschied zwischen Winter und den anderen Jahreszeiten. Ich vermute mal, dass der Autor im Winter ein Tief hatte, dass sich auf seinen Schreibstil ausgewirkt hat, da diese Texte ziemlich deprimiert klingen und sehr kurz im Vergleich zum Rest sind.
Außerdem muss ich dazu sagen, obwohl der Autor um einiges älter ist als ich, gibt es dennoch Texte, die mir das Gefühl gaben, das kenne ich oder so ging es mir auch einmal, so gab es einige Texte mit denen ich mich ziemlich gut identifizieren konnte.
Spannend war für mich aber auch vor allem das Kapitel Auseinandersetzungen, da ich mich bei diesen Kapiteln ein wenig länger aufgehalten habe, denn zuerst einmal habe ich hier ein wenig mehr überlegt, denn in einigen Prosatexten geht es um die Selbstfindung, die gerade für mich als Teenager und Ethik/ Psychologie-Interessierte herausstechen und eine größere Rolle spielen. Aber auch die anderen Kapitel hatten oft etwas, dass anders war.

Fazit

"Wie das Leben so bloggt" ist nicht nur ein interessanter Titel, dahinter verbergen sich wirklich Texte, die zeigen, wie das Leben so laufen kann. Woher das bloggt kommt, kann ich nicht sagen, aber ich vermute mal es liegt daran, dass die Prosatexte ebenfalls Blogeinträge sein könnnten, die über das Leben des Autors handeln bzw. an der immer wichtiger werdenden Vernetzung über das WorldWideWeb.

Aber nun komme ich zu meinem Fazit. Wie schon gesagt, habe ich mir das Buch ausgesucht, als der Autor mir eines seiner Bücher als RE angeboten hat und ich bereue meine Wahl nicht. Denn solche Bücher lese ich sehr selten und ich brauche eine Weile, bis ich mit so vielen Prosatexten durch bin, aber der Autor hat ziemlich viele interessante Texte geschrieben, über die es sich lohnt ein wenig mehr nachzudenken und nicht nur kurz darüber zu lesen.
Zudem habe ich noch entdeckt, dass es vom selben Autor ein ähnliches Buch gibt, und zwar "Das Leben bauchen" und auch dieses klingt  sehr witzig und ist es wahrscheinlich wert einen näheren Blick darauf zu werfen, jedoch werde ich mir jetzt erst ein wenig Zeit lassen, bevor ich diese Buch lesen werde.

Jedoch hätte ich mehr Witz von dem Buch erwartet, gerade wegen dem Cover und zum Teil auch wegen des Titels. Natürlich musste ich ab und zu schmunzeln, aber das war mir zu wenig.
Dafür habe ich mich aber gefreut, dass trotz der scheinbar großen Unterschiede zwischen dem Autor und seinen Lesern, eine Identifikation mit dem Autor nicht ausgeschlossen ist und wenn man gerne über Ethik, Psychologie oder Philosophie diskutiert, wird man auch hier ein wenig Stoff finden, über den man reden oder auch nur nachdenken kann. 

Ob das Buch was für jedermann wäre, kann ich nicht sagen. Das liegt ganz bei euch, wenn euer Interesse durch meine Rezension geweckt wurde, solltet ihr vor dem Kauf an eure Schulzeit zurückdenken  und überlegen wie ihr da mit Prosatexten zurecht gekommen seid, ansonsten kann so ziemlich jeder die Texte lesen und auch verstehen, denn mir viel es eigentlich nie schwer zu verstehen auf was der Autor hinaus will. Aber ein wenig gewöhnungsbedürftig nach all den Fantasybüchern ist es doch.

( Und bitte wundert euch nicht über die fehlende Bewertung, denn das ist Absicht. Denn wie ich schon sagte, ist es für mich zwar gewöhnungsbedürftig, da ich sonst fast nur Fantasy lese, aber trotzdem gefiel mir diese neue Erfahrung. Und nun habe ich mich einfacht entschieden die Bewertung auszulassen und so diese Spaltung zu umgehen. )

Dank und Frage an euch

An dieser Stelle möchte ich dem Autor nochmal herzlich danken, dass er mir dieses Rezensionsexemplar angeboten hat und so geduldig auf die Rezension gewartet hat.
Wenn ihr euch für Herr Fischer interessiert könnt ihr ihn ja auf seiner Homepage mal besuchen: Stefan M. Fischer.

Außerdem danke ich ihm dafür, dass ich einen seiner Texte veröffentlichen darf, über den ich gerne eure Meinung hören würde :)

Hoffnungsschimmer
"Es ist stockdunkel. Und stillt. So still.
»Hallo?«
Nicht einmal ein Echo.
Ich taste mich durch die Finsternis, und will eine Seele erstasten, die mir nahe ist.
»Ist hier jemand?«
Ein stetes Wandeln, ohne die Hand vor Augen zu sehen.
Was, wenn ich alleine in dieser meiner Welt bin? Es immer bleiben werde?
Da sind Stimmen. Viele Stimmen. Gaukeln mir vor, dass da jemand ist.
Kaum bin ich da, wo ich jemanden vermutet habe, bin ich zerhofft, noch alleiner. Die Stille schmerzhaft laut. Weil die Stimmen, die da waren, in meinem Kopf verstummen.

Wo bleibt die Sonne?
Ich würde mit ihr nicht so oft irren und vielleicht auch sehen, dass ich mir die Suche sparen kann.
»Hallo?«
Kein Echo. Doch da: Ein Licht. Ein Glühwürmchen. Es kommt näher, näher, immer näher und landet auf meiner Hand.

Ich zerdrücke es. 
Hab mich schon zu sehr an die Finsternis gewöhnt." (S. 98)


Ihr fragt euch vielleicht wieso ich diesen Text ausgesucht habe und das kann ich euch verraten, dies ist einer der Texte die mich zum näheren nachdenken gebracht haben. Deshalb würde ich gerne erfahren was für Gefühle und Gedanken ihr dem Text entgegenbringt.

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