Dienstag, April 2

Rezension: Partials_Aufbruch - Dan Wells

Quelle: piper.de
Titel: Partials - Aufbruch
Originaltitel: Partials 01
Autor: Dan Wells
Genre: Jugendbuch/ Science-Fiction
Verlag: IVI/ Piper
Erschienen: März '13
Seitenanzahl [HC] : 512 Seiten
ISBN: 9783492702775
Preis: 16,99€
Der erste Teil einer Trilogie.

Hier findet ihr den Klappentext.
Und hier gibt es die Leseprobe.


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Erster Eindruck

Dark Canopy.
Ja, genau das war mein erster Gedanke, als ich von den Partials hörte und aus diesem Grund musste ich dieses Buch auch lesen. Und der Autor hat mich keinesfalls enttäuscht, denn diese Geschichte kommt wirklich an Dark Canopy ran.

Inhalt

Erster Satz: "Das neugeborene Mädchen 485GA18M starb am 30. Juni 2076 um 6.07 Uhr morgens."
Die Menschheit hat es hart getroffen. Erst wenden sich die von Menschenhand, genauer gesagt ParaGEN erbauten, stärkeren und widerstandsfähigeren Partials von ihnen ab und kämpfen um ihre Freiheit, dann setzten sie auch noch eine Seuche frei, die 90% der Bevölkerung tötet und dafür sorgt, dass kein Kind älter als drei Tage alt wird. Nur wenige Menschen haben überlebt und konnten sich retten. Und eine davon ist Kira, sie ist ein sogenanntes Seuchenbaby, da sie sich kaum an die Zeit vor der Seuche erinnern kann. Aber dafür ist ihr Willen, Ärztin zu werden und die Seuche ein für alle Mal einzudämmen umso stärker. Sie würde alles dafür geben, aber geht sie auch so weit, dass sie die Leben der wenigen verbliebenen Menschen opfern würde?


Meinung

Gleich am Anfang des Buches war mir schon klar, dass das genau der richtige Schreibstil für mich ist. Denn man findet hier nicht den gewöhnlichen allzu Jugendlichen Schreibstil vor, sondern man bekommt sehr viel mehr. Neben ausführlichen Beschreibungen hat der Autor auch einen gewissen Teil an wissenschaftlichen Beschreibungen mit aufgenommen, was mir von vornherein zugesagt hat. Außerdem empfand ich diese Beschreibungen an keiner Stelle wie eine Betriebsanleitung, sie waren eher eine gute Ergänzung im Gesamtgeschehen. Aber gerade deshalb kann man den Schreibstil des Autoren nicht als locker und flockig bezeichnen, wie in vielen anderen Jugendbüchern, es wird einem eher etwas zum nachdenken und "rumbeißen" vorgelegt.
So ging es mir auch mit der Protagonistin. Zunächst fiel es mir nämlich schwer sie einzuschätzen, da
ich Beschreibungen wie "eine kleine Explosion" oder "Fackel" las und sie so als sehr stürmisch dargestellt wurde. Und vielleicht war sie das nach außen hin auch, aber der Leser, der in ihr inneres blickt, wird schnell merken, dass sie eben auch ein verletzliches und nachdenkliches Mädchen, das aber oft Führungsstärke beweist, sein kann. Dies gesteht sie sich auch zu und sie weiß auch, dass sie mit 16 einfach zu jung ist um große Entscheidungen zu treffen.
Dafür ist sie für ihr Alter aber sehr stur und verfolgt ihre Ziele unerbittlich. Ich war ziemlich erstaunt, dass sie für ihre Sache so kämpft und auch vor Erwachsenen nicht zurückschreckt, was sie doch wieder näher an ihre Beschreibungen im Buch bringt.
Dazu gab es einige Charaktere, die sich ihr in den Weg stellten und damit interessant wurden, weil sie so eine größere Rolle zugesprochen bekommen haben. Aber auch Samm der Partials war überaus interessant, da man nie genau wusste, was er wirklich denkt. Die meiste Zeit im Buch war er sehr verschlossen und gab keinen Mucks von sich und trotzdem konnte ich es nicht lassen ihn zu bestaunen. Als Kira ihm dann näher kam wurde es erst richtig interessant, den er war sichtlich hin und her gerissen zwischen der vertrauenswürdigen Kira und seinem eigenen Volk, weshalb sich das Interesse für seine Entscheidungen bis zum Schluss nicht legte.
Dagegen erschienen die Freunde und Verbündete von Kira eher blass und unwichtig, auch wenn sie noch so eine große Rolle hatten.
Was mich zunächst am meisten erstaunt hat, war die Weltauffassung, denn es existierte nicht nur ein "Zukunftsgesetz", dass Frauen vorschrieb so oft wie möglich schwanger zu werden, sondern es wird nicht in arm und reich gespalten, sondern in Menschen, die sich an die Zeit vor der Seuche erinnern und Menschen, die es nicht tun. Sehr oft wurde der Begriff "Seuchenbaby" in den Raum geworfen, um die Meinung dieser Menschen als weniger Aussagekräftig einzustufen.
Es war aber dennoch interessant, diese Welt kennen zu lernen, da sie einerseits z.B. medizinisch sehr hoch entwickelt ist, aber andererseits im Gegensatz zu der jetzigen Gesellschaft unterentwickelt zu sein scheint, da sie denken wenn es mehr Kinder gibt, wird eins davon, nach dem Wahrscheinlichkeitsgesetz, eher überleben können, was natürlich nicht der Fall ist.
Und hier findet sich das einzige Manko in dem Buch, denn der Autor verstrickt die Geschichte sehr eng mit der Medizin, was ihn in ein paar gemeine Fallen treten lässt, über die ich aber gut hinwegsehen konnte, da ich selber kein großes Wissen über Medizin und ähnliches habe, aber ich hoffe trotzdem, dass der Autor nächstes Mal gründlicher recherchiert.
Leider bekommt man in die Welt der Partials nur einen sehr kurzen Einblick und ich hoffe sehr, dass sich das im nächsten Teil ändert, da sie so geheimnisvoll und damit viel interessanter als die Menschen, die ich ja schon kenne, klingen.
Vielleicht ist deshalb das Ende auch ein gemeiner Cliffhanger, der einen dazu bringt dran zu bleiben und auf eine baldige Fortsetzung zu hoffen, die noch einiges mehr bietet.

Fazit

Mit "Partials" hat der Autor der Menschheit eine düstere Zukunft verpasst, die mich in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat. Der Autor hat sich von einem zu jugendlichen Schreibstil distanziert, was das Buch auch für Erwachsene interessant machen könnte, aber auch den Lesefluss dadurch etwas verlangsamt. 
Trotzdem zieht sich ein klarer roter Faden, der die sture, strebsame aber auch nachdenkliche
Protagonistin, durch das Buch und die vielen überschlagenden Ereignisse. Als Stütze zu der Geschichte dienen die wirklich aussagekräftige und zum Teil wirklich gelungen Weltbeschreibungen. Ein weiterer, aber sehr außergewöhnlicher Pluspunkt ist die hier fehlende Liebesgeschichte, die dem Buch einen gewissen Reiz verleit.
Und obwohl der Autor einen tiefen Einblick in die Welt der überaus interessanten Partials verwehrt, ist man doch zufrieden, da man den Auftakt eine Trilogie vor sich liegen hat und bald auf einen tieferen Einblick hoffen kann.
Mit ein wenig mehr Recherchearbeit kann der Autor damit in den Folgeteilen die letzten Fehler beheben und damit eine tolle Geschichte erschaffen, die den Leser, trotz einer etwas längeren Lesedauer als gewöhnlich fesselt.
Somit sollte jeder Dystopie-Fan auch hier zugreifen, wenn er mit wissenschaftlichen Beschreibungen und einer vielseitig authentischen Protagonistin anfangen kann und sich nicht von dem nicht überaus jugendlichen Schreibstil irritieren lässt. Es ist auf jeden Fall ein Must-Have in jedem Dystopie oder Sci-Fi Regal. 


Trailer


Kommentare:

  1. Huhu ,
    Einen schönen Blog hast du :) Ich bin gleich mal deine Leserin geworden und werde mal öfter vorbei schauen ! Sehr hilfreiche Rezi . Würde mich freuen wenn du mal bei mir vorbei schauen würdest , läuft auch grade ein Gewinnspiel ! =)

    Liebste Grüße
    Jenny

    http://jemasija8.blogspot.de/

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    1. Heey du ;)

      vielen Dank ♥ Klar, mache ich!

      Grüße Natalie.

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