Freitag, Juli 18

Rezension: Amy on the Summer Road - Morgan Matson

Originaltitel: Amy & Roger's Epic Detour
Autor: Morgan Matson
Genre: YA/ Romance
Verlag: cbj
Erschienen: April '12
Seitenanzahl [TB] : 400 Seiten
ISBN: 9783570401323
Preis: 8,99€
Ein Einteiler

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Hier findet ihr den Klappentext.
Und hier gibt es die Leseprobe.

"Ich saß auf der Eingangstreppe unseres Hauses und sah zu, wie der beigefarbene Subaru Kombi zu schnell in unserer Sackgasse gefahren kam." (Erster Satz)
Als vor einiger Zeit Amy's Dad ums Leben gekommen ist, ist für Amy eine Welt zusammen gebrochen. Dazu kam, dass ihr Bruder Drogenabhängig war und ihre Mum davon überzeugt war ans andere Ende von Amerika zu ziehen würde ihnen allen dabei helfen ihr Leben weiterzuleben. Und da Amy selbst nicht mit dem Auto fährt hat ihre Mum Roger, den Sohn einer Freundin engagiert, Amy zu ihr an die Ostküste zu bringen. Anschließend sollte Roger den Sommer bei seinem Vater verbringen. Aber schon nach wenigen Minuten wird ihnen klar, dass sie sich nicht an den Plan ihrer Mutter halten, sondern auf ihrer eigenen Route quer durch Amerika fahren wollen.

First Impression

Road-Trip quer durch Amerika.

Meinung

Es war unfassbar, wie schnell ich in das Buch gefunden habe. Kaum habe ich mit dem Lesen angefangen, fand ich mich auf Seite 100 wieder. Der lockere Schreibstil war wohl sehr entscheidend dafür, denn ich hatte überhaupt keine Probleme in das Buch zu finden oder mich auf die Situation einzulassen, auch wenn man ohne Erklärung direkt ins Geschehen geworfen wird. Ein weiterer Grund dafür, dass die Seiten nur so dahin geflogen sind, ist wohl die große Abwechslung, die durch Einschübe wie E-Mail, Bilder, Playlists oder Rechnungen erzeugt wird. Bei diesen handelt es sich meistens um Einträge aus Amy's Reisetagebuch, dass sie zunächst so strickt abgelehnt hat.

Diese Abwechslung wird zusätzlich durch die Zeitsprünge innerhalb der Handlung unterstützt, die durch
einige Situationen, Roger oder andere Menschen, die Amy auf ihrer Reise kennenlernt, ausgelöst werden. Amy erzählt hierbei abwechselnd aus ihrer Sicht über die Gegenwart und die Vergangenheit, um die Liebe zu ihrem Dad zu beschreiben und den Unfallhergang und seine Folgen zu erläutern.
Und es ist beeindruckt, wenn man betrachtet wie die einzelnen Menschen auf Amy's Reise ihr dabei helfen wieder auf die Beine zu kommen, nachdem sie sich so lange verschlossen hat und alles in sich hineingefressen hat.
Und da das Stichwort Amy schon gefallen ist: Sie ist eine wundervolle Protagonistin, die in einer Schwierigen Situation steckt, da ihre ganze Familie auseinander bricht. Besonders überzeugend ist dies, weil ihre Gefühle, die sie nur dem Leser preisgibt wahre Bände sprechen und sehr authentisch erscheinen. Doch es nicht so, dass sie nur negative Gedanken an den Tag legt, in vielen Teilen legt sie sogar einen gewissen Charm und Ironie an den Tag.
Und auch die Wandlung, die sie zum Teil von ihr selbst ausgeht und die ihr zum Teil aufgezwungen wird, wirkt nie überzogen. Außerdem kann man in jedem Moment mit ihr mitfühlen und freut sich wirklich sehr für sie, wenn sie einen Schritt nach vorn gemacht hat. Außerdem ist es unglaublich interessant, die Orte kennen zu lernen, die ihr wichtig sind oder die sie aus bestimmten Gründen ansteuert, da es nicht nur leere Orte sind, sondern immer eine Geschichte dahinter steckt. Natürlich gibt es andere Orte in Amerika, die ich mit Amy und Roger gerne besucht hätte, aber die hätten womöglich auch nicht so viel Hintergrund und Tiefe erzeugen können.
Aber auch Roger, Amy's ständiger Begleiter in dem Buch, ist eine tolle Person, die jedoch sehr zurückhaltend ist, aber dafür Amy Platz lässt. Auch bei der Routenwahl zeigt er zwar Interesse für einige Orte überlässt die Entscheidung hinzufahren in den meisten Fällen Amy. Aber auch seine Wandlung ist beeindruckend, weil man ständig mit ihr konfrontiert wird, auch wenn man Roger's Gedanken nicht kennt und Amy noch nichts von seiner Wandlung ahnt.  Dazu kommt, dass beide ihre eigenen kleinen Macken und Besonderheiten haben, die sie so real wirken lassen und wegen denen man sie sofort ins Herz schließen will.
Ganz interessant ist aber nicht nur die Entwicklung der beiden Hauptfiguren, sondern die Entwicklung ihrer Beziehung. Obwohl die Reise nur ein paar Tage dauert, finde ich, dass die Beziehung zwischen ihnen sich langsam und mit kleinen Schritten entwickelt, und sie sich nicht überstürzt ihre ganze Lebensgeschichte erzählen und um den Hals fallen.
Und hat alles dazu beigetragen, dass die Geschichte um Amy mir gezeigt hat, dass es immer Hoffnung gibt, wie man dieses wieder erlangen kann und vor allem, dass man immer nach vorne blicken muss um seinen eigenen Weg vor Augen zu haben. 

Tipp:

Hört euch beim Lesen auf jeden Fall die Playlists, die man auch YouTube finden kann, an!!

Fazit

Ganz unerwartet hat diese Geschichte mich tief berührt und mich gelehrt, dass es immer Hoffnung gibt, wenn man seinen Weg im Auge behält. Dies hat die Autorin aber nicht etwas durch ihren lockeren Schreibstil und der Vielseitigkeit des Buches geschafft, sondern weil sie die Handlung so authentisch dargestellt hat und viel Gefühl in die Protagonistin gelegt hat, ohne sie zu Ernst erscheinen zu lassen.
Aus diesem Grund kann ich das Buch an alle empfehlen, die mal wieder ein Buch mit viel Gefühl brauchen, aber auch lustige Momente nicht verzichten wollen. Vor allem in der Urlaubszeit bringt dieses Buch einige Freude auf und macht richtig Lust auf einen Road-Trip ohne Plan und ohne Ziel.

Kommentare:

  1. Deine Rezension macht Hoffnung! Ich habe mir das Buch vor kurzem auf den Reader geladen :-)
    Lg Sonja

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  2. Das Buch ist auch eines meiner absoluten Lesehighlights der letzten Zeit und auch die Aufmachung mit dem Reisetagebuch fand ich total schön ♥
    Die Playlisten muss ich mir auch noch anhören. Da waren viele tolle Künstler mit dabei.
    Eine sehr schöne Rezension übrigens :)
    Liebe Grüße,
    Nora

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